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Umleitung

Die Produktion eines Kurzfilms

Anfang August 2006 trafen sich Filmbegeisterte verschiedener Altersgruppen zu einer ersten Besprechung. Jeder der Teilnehmer hatte schon einmal einen Film gedreht und eigene Erfahrungen an einem Set gemacht. Rainer Hoffmann stellte die Idee und Storyboard zu seinem Film "Umleitung" vor. Die Geschichte ist einfach: Eine Pizza soll ausgeliefert werden. Der Fahrer kommt durch vergessene Umleitungsschilder immer wieder an der selben Kreuzung an. Die Pizza wird wohl nie ausgeliefert werden. Das Team war von der Idee begeistert und der erste Drehtag wurde auf den 13.08.2006 festgelegt.

Um 9:00 Uhr ging es dann los. Zunächst gab es Kaffee. Den Requisiten wurde der letzte Schliff verpasst, Technik und Regieplatz aufgebaut. Nach und nach trudelte das Team ein. Gemeinsam ging man noch einmal das Storyboard durch und suchte die Szenen aus, die vor Ort gedreht werden konnten. Manuel Klinner, unser Schauspieler bekam seine Anweisungen. Die Kamera wurde eingerichtet, das Licht mit Aufhellern verbessert und mit der Meldung "Kamera läuft" ... "Ton läuft" gab Regisseur Stefan Friedrichs seine erste Regieanweisung ... "und bitte" ... Die Szene wurde nun so oft wiederholt, bis Stefan zufrieden war. Am späten Vormittag räumten wir das Set ab und verpackten alles in unsere Fahrzeuge. Mit drei Autos fuhr das Team zur nächsten Location. Rainer hatte für die nächsten Dreharbeiten eine markante Kreuzung mit hoher Erkennbarkeit für den Betrachter ausgewählt.

An Set

Schnell war das Set aufgebaut und während wir auf das richtige Licht warteten suchten Rainer und Stefan die Szenen aus, die gedreht werden sollten. Der richtige Standort wurde bestimmt und während die Kamera in Position gebracht wurde, bekam Manuel Klinner seine Anweisungen. An dieser Stelle traten Probleme auf. Als Monitor benutzten wir einen Laptop-Computer, der als Stromversorgung einen Akku hatte. In dieser Betriebsart wurde der Bildschirm im Stromsparmodus betrieben und Regisseur Stephan Friedrichs konnte das Bild nicht erkennen. Wir halfen uns mit einer einer Decke und wissen nun, warum Regisseure immer unter einer Decke ihre Anweisungen geben.

Zurück zum Dreh. Der Pizzafahrer kam nun wieder an die selbe Stelle, also besagter Kreuzung an, sollte sich ärgern und aggressiv wieder losfahren. Manuel machte seine Sache sehr gut. Mit quietschenden Reifen fuhr er los. Für diesen Stunt gab es Applaus. Alle waren zufrieden. Allerdings stellte sich später heraus, dass der Ton nicht funktionierte. Diese Szene muss nun noch einmal wiederholt werden.

Kamera

Wir drehten alle Einstellungen, die an dem Tag möglich waren. Manuel musste hinterm Lenkrad schauspielerisch tätig werden. Er sollte sich ärgern. Bei dieser Einstellung gab es erneute Probleme. Das Licht spiegelte sich in der Frontscheibe des Fahrzeugs. Hier benötigten wir eine dunkle Abdeckung. Die Lösung lag in Rainers Kombi: die Kofferraummatte. Schnell war sie ausgebaut und erfüllte ihren Zweck. Die Spiegelungen waren verschwunden und die Szenen konnten gedreht werden. Allerdings wurde das Teil mit der Zeit richtig schwer. Zufrieden beendeten wir unseren ersten Drehtag.

 

Am 10.09.2006 war es wieder so weit. Das B-Team traf sich am Set zum zweiten Drehtag. B-Team deshalb, weil unser Regisseur Stefan leider abwesend war und wir im kleinen Team die Einstellungen drehen durften, die er uns überließ. Zu dritt reisten wir die Location an und bauten das Set auf. Es war ein schöner Tag, aber der Morgen war kalt. Wir montierten die Requisiten, also die Umleitungsschilder. Es wehte ein kalter Wind, der unser Schild immer wieder umwehte. Mit Steinen und Kartoffeln vom Feld stabilisierten wir das Rohr, an dem das Schild befestigt war. Als Fuß diente ein Christbaumständer, den wir mit einer Dachpfanne abdeckten. Nun konnten wir mit den ersten Einstellungen beginnen. Oh Schreck, wir hatten die Aufheller vergessen. Macht nichts - wir hatten ja noch den Regietisch dabei. Allerdings wurde dieser mit der Zeit ganz schön schwer. So drehten wir Szene für Szene. Interessant war da noch die Pinkelszene. Schaut Euch mal die Fotos an, dann wisst Ihr, wie es gemacht wird.

Nach der Mittagspause, hatte wir noch ein paar kleine Einstellungen. Zufrieden räumten wir das Set. Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass aufgrund dringender Termine die weiteren Drehtage erst im Sommer 2007 stattfinden können. Nach Auswertung des vorhandenen Materials wird es wohl noch zwei bis drei Drehtage geben. Auch die Story soll noch ein wenig angepasst werden.
Schön wäre es, wenn dann alle wieder dabei sind.

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Inzwischen ist ein Jahr vergangen. Aus zeitlichen Gründen konnten einige Teammitglieder nicht mehr am Dreh teilnehmen. Ein großer Verlust ist unser Regisseur Stefan, der sich zur Zeit des Öfteren beruflich in einer anderen Stadt aufhält. Leider stehen 2007 auch wieder nur wenige Termine für den weiteren Dreh zur Verfügung. Erst einmal müssen neue Teammitglieder gefunden werden, damit das Projekt endlich realisiert werden kann. Hinzu kommt, dass sich die möglichen Drehtage immer wieder verschieben, weil das Wetter permanent schlecht ist.

Weiter ging es am 22.07.2007. Zwischen blauem Himmel und Regenschauern machten wir uns ans Werk und bauten einen "Green-Screen" als Hintergrund auf. Davor der Pizzawagen, der während der Fahrt von der Seite gefilmt werden sollte. So eine grüne Wand wirkt wie ein Segel und bewegt sich bei jedem Lüftchen. Nachdem die Kamera in Stellung gebracht war, sollte sich das Fahrzeug leicht bewegen, als ob es fahren würde. Dann musste der Fahrer bremsen und das Fahrzeug musste vorne runtergedrückt werden. Der Hintergrund wird dann später über Greenbox eingespielt. Leider machte uns ein Regenschauer einen Strich die Rechnung. Mit Regenschirme schützen wir die Kamera und der Green-Screen wurde eingerollt und ins Trockene gebracht. So wie der Schauer kam, verschwand er wieder und wir bauten alles neu auf. Der grüne Stoff hatte jetzt Knitterfalten und mussten gebügelt werden, bevor wir weiter machen konnten. Nachdem die Green-Screen-Szenen im Kasten waren packten wir ein und fuhren zur nächsten Location.

Wir drehten in der Syker Innenstadt den Anfang des Videos. Rainer hatte sich eine Genehmigung besorgt. Der Pizzafahrer ging zum Fahrzeug. In der Einstellung sieht man aber nur seine Füße, wie er einsteigt und losfährt. Dann noch einige Szenen vom fahrenden Auto, bis das nächste Gewitter den Drehtag beendete.

 

 

Das erste inoffizielle UMLEITUNG Plakat

Plakatentwurf

Entwurf: Stefan Friedrichs

 

 

Produktionsdaten

  Produktion Rainer Hoffmann  
  Drehbuch / Storyboard Rainer Hoffmann  
  Regie I Stefan Friedrichs  
  Regie II Rainer Hoffmann  
  Director of Photography Rainer Hoffmann  
  Cast Manuel Klinner  
  Kamera Rainer Hoffmann  
  Ton Hans-Joachim Ratzke  
  Produktionsassistent Patrick Roll  
  Produktionsassistentin Simone Hoffmann  
  Produktionsassistentin Sonja Schmidt  
  Produktionsassistent Hans-Joachim Ratzke  
  Produktionsassistent Uli Lahr  
  Setfotografie Hans-Joachim Ratzke  
  Catering Rainer Hoffmann  
  Catering Simone Hoffmann  
  Requisiten Rainer Hoffmann  
  Filmmusik  Stefan Friedrichs  
  Schnitt Rainer Hoffmann  
       
  Erster Drehtag 13.08.2006  
  Zweiter Drehtag 10.09.2006  
  Dritter Drehtag 22.07.2007  
  Vierter Drehtag 05.08.2007  
       
  Videokamera Canon XL-2  
  Schnittprogramm Premiere  
       

 

 

Das Team

Reiner HaJo Manuel Stefan

Patrick Sonja Uli Simone

von links nach rechts: Rainer, Hajo, Manuel, Stefan, dann Patrick, Sonja, Uli und Simone

 

 

Requisiten

Die Requisiten, eine Pizzaschachtel und zwei Umleitungsschilder wurden von Rainer Hoffmann angefertigt. Für die Filmaufnahmen wurde die Pizzaschachtel beschwert und außerdem von außen mit etwas Speiseöl bearbeitet, damit es im Film etwas echter wirkt. Rainers Meisterwerke sind die Umleitungsschilder. Das Material stammt aus dem Baumarkt. Gelbe Kunststoffplatten - zugeschnitten, mit Klebebuchstaben und Tesaband  versehen, wurden dann mit einer speziellen Rostfarbe auf alt getrimmt. Die Dinger sehen nun echter aus, als die Originale.

Pizzakarton

Umleitungsschild

Umleitungsschild von hinten

Der "Drying-Pizza"-Aufkleber wurde nach einem Entwurf von Rainer angefertigt.

 

 

Das Storyboard

Das Storyboard wurde nach den Vorstellungen und Gedanken von Rainer Hoffmann entworfen und von ihm selbst gezeichnet. Inzwischen ist es überarbeitet und ergänzt worden. Die im PDF-File enthaltenden Dokumente sind nicht aktuell und dienen hier nur zur Information. Trotzdem erkennt man gut die Zusammenhänge zwischen den Zeichnungen im Storyboard und den Fotos vom Set.

 

Storaboard

 

Hier noch einige Beispiele:

Storyboard und Film

Feuerzeug

Umleitung Umleitung

Umlschild Umlschild

Pinkelszene Pinkelszene

 

 

Erste Bilder aus dem Video

 

 

Kommentar von Rainer Hoffmann

14.08.2006

Moin Jungs,

nochmals herzlichen Dank für Euer Engagement. Ich fand den ersten Drehtag einfach toll.

Die erste grobe Sichtung des Materials in der Kamera war ok. Allerdings ärgert mich, dass ich an der zweiten Location vergessen hatte, die Phantomspeisung für das Micro einzuschalten (am nächsten Drehtag wird HaJo einen Kopfhörer tragen!!!) und daher ausgerechnet Manuels Anfahr-Stunt ohne O-Ton ist. Vielleicht können wir das noch mal drehen.

Wie auch immer, ich freue mich schon auf den zweiten Drehtag und hoffe auf besseres Wetter...

 

 

Kommentare von Stefan Friedrichs

16.08.2006

Auch von meiner Stelle noch mal großes Lob an alle Beteiligten und vielen Dank für den angenehmen Ablauf. Ganz großes Kino. Besonders gefallen haben mir...

  1. der erfrischend unkomplizierte Umgang miteinander,
  2. die kreative Beteiligung aller Mitwirkenden,
  3. die schnellen Problemlösungen für örtliche Widrigkeiten,
  4. die lockere, und dennoch konsequent produktionsorientierte Atmosphäre.

Bitte mehr davon.

 

27.10.2006 

Alles noch ganz streng geheim. Nee, Quatsch. Dank unseres neuen festen Darkside-Members HaJo - hier im Forum eher als Hanns bekannt - ist der Kontakt mit Rainer, einem weiteren Filmbegeisterten zustande gekommen, der mit neuer Kamera (Canon XL-2, wohl DIE MiniDV-Semiprofi- bis -Profi-Kamera) und eigens verfasstem Storyboard im Gepäck einen Kurzfilm über einen umherirrenden Pizzafahrer realisieren wollte. Nach dem ersten Treffen war eigentlich klar: Da steckt Sinn und Verstand drin, das wird was. Und bevor man sich an einem Großprojekt "verhebt", wird nun eben dieser Pizza-Kurzfilm realisiert.

Dabei geht es für Rainer in erster Linie darum, die ersten Erfahrungen im szenischen Bereich zu sammeln, denn da laufen die Uhren ganz anders, als beispielsweise im Dokumentarfilm. Und man merkt auch recht schnell: Selbst der kürzeste Kurzfilm ist durchaus arbeitsintensiv und will wohl durchdacht sein.

Weiterhin ist es natürlich eine gute Gelegenheit, sich zu "beschnuppern" und zukünftige Projekte dann eventuell (so es Terminplaner und das Interesse am jeweiligen Stoff ermöglichen) gemeinsam auf die Beine zu stellen. Denn jeder von den momentan Beteiligten bringt ganz eigene Erfahrungen und Talente mit ein, die zusammengenommen durchaus Potenzial zu größeren Taten bergen.

Letztendlich stellt das Projekt somit eine Horizonterweiterung für uns alle dar. Und ich glaube, wir sind damit alle sehr glücklich.

 

 

Bilder

Der erste Drehtag

 

Der zweite Drehtag

 

 

Eine Gemeinschaftsproduktion

von